Die Sternenföderation – friedliche Forscher oder imperiale Eroberer?

Es gibt Menschen, denen gilt Gene Roddenberry als humanist hero, weil er es geschafft habe, einen zutiefst humanistischen wie auch optimistischen Zukunftsentwurf mit großartigem Entertainment zu verbinden. In der Welt von Star Trek erlaubt es der Replikator, beinahe jeden nur erdenklichen Gegenstand in nur einem Wimpernschlag herzustellen. Über die Auseinandersetzung mit verschiedenen größeren und kleineren Herausforderungen hat sich die Menschheit auch geistig weiterentwickelt. Armut ist gebannt, Nationalitäten spielen keine Rolle mehr. Ohne Zwang oder Gewalt, so will es Roddenberrys Saga, ist es der Menschheit gelungen, die unterschiedlichsten Zivilisationen unter dem Dach der Sternenföderation zu einen – zu einem Verbund, den ein Assistent Gene Roddenberrys nach dem berühmten Song Imagine einmal umschrieb als „a Lennonist brotherhood of man“.

Was aber bleibt davon übrig, wenn man sich vor Augen hält, dass die verschiedenen, auf den Namen Enterprise getauften Raumschiffe zwar für Forschungsmissionen aller Art genutzt werden mögen, aber eben auch hochgerüstete Kampfschiffe darstellen? Wie egalitär kann eine (oft nur am Rande gezeigte) interstellare Gesellschaft sein, die von hierarchisch geordneten Militärs der Sternenflotte dominiert, wenn nicht beherrscht zu werden scheint? Welche Rolle spielen Frauen in der „brotherhood of man“? Schlussendlich: Welcher in Star Trek verhandelte utopische Gedanke ist es wert, aufgenommen, durchdacht und weiterverfolgt zu werden?

Darüber möchten wir zum Abschluss unserer Tagung diskutieren. Auf dem Podium sitzen werden Dr. Hubert Zitt, Dr. Sebastian Stoppe, Uta Scheer und Dr. Frank Schulze. Moderiert wird die Diskussion von Michael Bauer.