Liebestolle Klingoninnen & queere Formwandler – Sex und Gender in den Star Trek-Serien Deep Space Nine und Voyager

ScheerDie Star Trek-Serien versprechen auf der Grundlage des durchaus als humanistisch zu bezeichnenden Credos IDIC (Infinite Diversity in Infinite Combinations) eine bessere Zukunft, in der Diskriminierungen auf Grundlage von ‚Rasse‘, Geschlecht oder der sexuellen Orientierung als überwunden gelten. Das emanzipatorische IDIC wurde in der Original-Serie als zentraler Bestandteil der vulkanischen Philosophie eingeführt und fungiert seitdem für das Star Trek-Universum als Bekenntnis zu ‚Diversität‘ und ‚Toleranz‘: Hierauf basierend sollen alle Spezies im Rahmen der Vereinten Föderation der Planeten in gleichberechtigter und friedlicher Vielfalt miteinander leben. Im Rahmen des Vortrags wird erörtert, inwieweit dieses Versprechen in Bezug auf die Darstellung von Geschlechtern und Sexualitäten in den Star Trek-Serien – insbesondere Deep Space Nine (1993 – 1999) und Voyager (1995 – 2001) – aufrechterhalten werden kann.

Bei den vorgestellten Analysen einzelner Episoden und Charaktere wird mit Hinblick auf die intersektionale Verknüpfung der Kategorien Geschlecht, Sexualität und race aufgezeigt, welche brisanten sozio-kulturellen Diskurse sich in der televisuellen Repräsentation verschiedener Spezies manifestieren – und das gut gemeinte Versprechen der unendlichen Vielfalt unterminieren. In dem Vortrag begegnen uns u. a. nymphomanische Klingoninnen und die erste ‚homosexuelle‘ Affäre des (offiziellen) Star Trek-Universums.

Referentin: Uta Scheer, M.A.